8. Kooperationsforum

Schlanker Materialfluss 2015

Flexible Produktion durch Lean Management

Zum 8. Mal konzipiert der Autor des Fachbuches "Schlanker Materialfluss" Philipp Dickmann mit der Bayern Innovativ GmbH das Forum "Schlanker Materialfluss".

Im MAN Truck Forum in München erwartet Sie ein hochkarätiges Vortragsprogramm inklusive Fachausstellung. Träger der Veranstaltung sind die Cluster Logistik und Automotive der Bayern Innovativ GmbH.

Neue Logistikkonzepte lassen sich bereits am Vortag im Rahmen einer Werksführung bei der MAN SE am Nachmittag in München erleben.

Die Moderation am Vormittag übernimmt. Herr Philipp Dickmann, Geschäftsführer der lepros GmbH, Frank Hoppe, Projektleiter der Bayern Innovativ GmbH führt durch das Nachmittagsprogramm.

Diese Referenten sind derzeit für Sie geplant:

  • Martin Kaessbohrer, MWS Industrieholding GmbH
  • Gernot Trücher, Magna Steyr AG & Co KG
  • Arno Bauchinger, Blizzard Sport GmbH
  • Benny Behr, VW AG
  • Thomas Rolle, TTI, Inc.
  • Christian Schliederer, BayernBankett Gastronomie GmbH
  • Maurice Maier, Polytec Plastics Germany GmbH & Co. KG
  • Elso Balsters, Hanwha Q CELLS GmbH
  • Matthias Kohlbrand, COSMINO AG

1. Tag: 7. Oktober 2015

Produktionsführung bei MAN Truck & Bus in München


Achtung begrenzte Teilnehmerzahl!

15:00 - 17:00

Werksführung bei MAN Truck & Bus in München

(in Anfrage)

2. Tag: 8. Oktober 2015

Schlanker Materialfluss

Flexible Produktion durch Lean Management YY

ab 8:30

Registrierung und Besuch der Ausstellung

Plenum

Die Potenziale von Lean - heuteXX

Moderation: Philipp Dickmann, Fachbuchautor, Geschäftsführer
lepros GmbH, Grafing b. München

09:30 - 09:40

Begrüßung und Einführung

Frank Hoppe, Projektleiter
Bayern Innovativ GmbH, Nürnberg

9:40 - 10:00

Grußworte

Philipp Dickmann, Fachbuchautor, Geschäftsführer lepros GmbH, Grafing b. München
Dr. Lars Eiermann, Strategie und Projekte im Zentralbereich Markenlogistik, MAN Truck & Bus AG, München

10:00 - 10:30

Lean-Konzepte im Automobilbau und Motorenfertigung - aktuelle Umsetzungen und Beispiele aus Lean und Logistik

Benny Behr, Leiter Beratung
VW AG, Chemnitz

10:30 - 11:00

Maximale Varianz und Flexiblität durch Lean im Automobilbau - Produktionssystem und Lean Konzepte bei MAGNA STEYR Graz

Gernot Trücher, Leitung Quotations Contract Manufacturing
MAGNA STEYR AG & Co KG, Graz, Österreich

11:00 - 11:30

Kaffeepause in der Ausstellung

11:30 - 12:00

Komplexität und hohe Variantenzahl im Aluminiumguss als Zulieferer der Automotivindustrie und des Maschinenbaus

Martin Kaessbohrer
MWS Industrieholding GmbH, Garching

12:00 - 12:30

Lean Produktiosansätze und Materialflussoptimierung in der Gastronomie umsetzen

Christian Schliederer, Objektleiter
BayernBankett Gastronomie GmbH, München

12:30 - 13:30

Mittagspause in der Ausstellung

Moderne Lean-Methoden, Flexibilität & Effizienz

Moderation: Frank Hoppe, Projektleiter
Bayern Innovativ GmbH, Nürnberg

13:30 - 14:00

Aufbau einer Lean-Production-Organisationsstruktur - Gründe für Erfolg oder Misserfolg einer Umsetzung

Maurice Maier, Standortleiter
Polytec Plastics Germany GmbH & Co. KG, Lohne

14:00 - 14:30

Einführung von Lean Purchasing für elektronische Bauelemente

Thomas Rolle, Vice President European Operations
TTI, Inc., Maisach-Gernlinden

14:30 - 15:00

Kanban-Steuerung von Katalogartikeln über Lieferantenplattformen

Robert Wopalensky, Projectmanager of Processes
Voith AG, Heidenheim

15:00 - 15:45

Kaffeepause in der Ausstellung

15:45 - 16:15

Lean-Umsetzung in der Skiindustrie - mit "schlanker" IT-Unterstützung

Arno Bauchinger, Prozesstechniker & Lean Manager
Blizzard Sport GmbH, Mittersill, Österreich

16:15 - 16:45

Schlanke MES-Lösungen zur Unterstützung des KVP mittels MES-Software

Matthias Kohlbrand, Marketing Sales
COSMINO AG, München

16:45 - 17:15

Durchgängig schlanke und flexible SCM-Prozesse in einer hochautomatisierten Produktions- und Lieferkette

Elso Balsters, SCM-Leiter
Hanwha Q Cells GmbH, Bitterfeld-Wolfen

ab 17:15

Get-together in der Ausstellung

Bereits zum achten Mal fand das Forum "Schlanker Materialfluss - Flexible Produktion durch Lean Management" am 7. und 8. Oktober 2015 im MAN Truck Forum München unter der wissenschaftlichen Leitung von Philipp Dickmann, lepros Geschäftsführer, statt. In teils recht kurzweiligen Vorträgen präsentierten Experten aus Industrie und Forschung innovative Lösungen, von ihnen selbst bereits realisierte Konzepte, aber auch Chancen und Herausforderungen aus verschiedenen Branchen, die sich bei der Umsetzung eines Schlanken Materialflusses stellen.

Moderation Philipp Dickmann
Philipp Dickmann

Am ersten Kongresstag konnten neue Logistikkonzepte im Rahmen einer Werksführung bei der MAN Truck & Bus AG in München besichtigt werden. Vor allem die Organisation um die Längsträgerstrebe, die Gießerei und die Ablauforganisation für den Bau der Führerhauskabine bot den Teilnehmern spannende Lösungseinblicke mit den Themen FTS, KLT, Supermarkt, Shopfloor-Management und Mitarbeitereinbindung.

Rundgang MAN Truck und Bus AG
MAN Truck und Bus AG, München

Einigkeit herrschte im Rahmen der Vortragsreihe am folgenden Tag in allen vorgestellten Unternehmenskonzepten darüber, dass die Strategie des Schlanken Materialflusses ganzheitlich im Unternehmen gelebt werden muss, um tatsächlich zu einem signifikanten Erfolg zu führen. Das Management sollte demzufolge nicht nur die entsprechenden Ansätze ins Unternehmen tragen, sondern selbst in die praktische Umsetzung eingebunden sein. Darüber hinaus wurde deutlich, dass ein weiteres wesentliches Erfolgskriterium der nachhaltigen Umsetzung darin besteht, die Mitarbeiter als wichtige Stütze des Unternehmens anzuerkennen. Die Mitarbeiter müssen die Möglichkeit eingeräumt bekommen, ihre Ideen für schlanke Prozesse, z. B. im Rahmen des KVP (Kontinuierlicher Verbesserungs-Prozess) aktiv einzubringen.

Auch die achte Auflage des Kongresses zeigte, dass die Umsetzung von Prinzipien des Schlanken Materialflusses nach wie vor eine aktuelle Herausforderung ist. Durch schlanke Prozesse wird die Produktivität gesteigert, überflüssige Arbeitsschritte und alle Arten von "Verschwendungsaspekten" werden eliminiert und eine kontinuierliche Prozessverbesserung erreicht - auch zum größtmöglichen Nutzen für die jeweiligen Kunden. Materialflüsse, gesteuert über Konzepte wie Kanban, Just-in-time oder Just-in-sequence gehören zwar heutzutage für erfolgreiche Unternehmen durchaus zum Tagesgeschäft, die Herausforderungen liegen in der durchgängigen Implementierung, die von der jeweiligen unternehmensspezifischen Situation abhängig ist.

Benny Behr VW
Benny Behr, VW

In Best Practices aus dem Automobilbereich wurden verschiedene Aspekte beleuchtet, beispielsweise, dass eine große Herausforderung der Logistik in der Beherrschung der immer weiter steigenden Komplexität besteht. Weiterhin wurde zur Umsetzung langfristiger Unternehmensziele ein zentraler Punkt angemerkt: um bei Personalwechseln langfristige Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, ist es nötig diese Ziele möglichst von Personen unabhängig zu machen. Hilfreich ist es dabei, sogenannte Multiplikatoren für den Wissenstransfer aufzubauen. Um eine Nachhaltigkeit zu erreichen, müssen verschiedene Bereiche in den Fokus rücken: Aufbau der Teamarbeit, Prozessteuerung, Problemlöseprozess oder Shopfloor-Management. Zusammengefasst könne die Qualifizierung und Einbeziehung aller Mitarbeiter im Unternehmen als der Schlüssel zum Erfolg angesehen werden.

Ein weiterer Appell aus dem Branchenumfeld Automobil war, dass Standardisierungen eher nicht zu übertreiben sind und Kennzahlen für die Umsetzung des Schlanken Materialflusses pragmatisch an zu gehen und zu betrachten sind. Oft reicht eine gewisse Bandbreite aus, um Projekte wie World-Class-Manufacturing positiv auf den Weg und zur nachhaltigen Umsetzung zu bringen.

Deutlich wurde auf dem Kooperationsforum, dass die Idee des schlanken Materialflusses, welche auf dem Toyota-Produktionssystem (TPS) beruht, natürlich auch für logistische Anwendungen jenseits der Automobilindustrie weiter entwickelt wurde.

Christian Schliederer, Bayern Bankett
Christian Schliederer, Bayern Bankett

Ein gutes Beispiel für den Transfer des schlanken Materialflusses in andere Branchen kam aus dem Catering-Umfeld. Durch entsprechenden Einsatz von Lean-Maßnahmen konnte eine massive Prozessoptimierung und sogleich positive Wirkungen für das Arbeitsumfeld erreicht werden. Zum Teil wurden mit ganz einfachen Möglichkeiten und Maßnahmen die Arbeitsabläufe effizienter und kundenfreundlicher gestaltet. Die besonderen Herausforderungen in der Gastronomie sind dabei z. B. die Sicherstellung der Hygiene, die fixe Einhaltung von Terminen und ausreichende Verfügbarkeit. Dies bei einer zugleich maximalen Standzeit der Gerichte von zwei Stunden. Auch der Geschmack der Gäste ist naturgegeben unterschiedlich - was eine Varianz der angebotenen Gerichte steigen lässt. Die Ziele, wie die Zusammenfassung mehrerer Produktionsbereiche zu einer Produktionslinie oder auch die Umstellung von Ausgaben zu SB-Shopsystem, das Erreichen von höherem Durchsatz bei verringerten Wartezeiten für die Gäste, die Entlastung der Mitarbeiter lassen sich mit einem auf die Branche angepassten Maßnahmenkatalog gut erreichen. Mit Hilfe von Spaghetti-Diagrammen lassen sich auch in der Gastronomie bestehende Laufweg- und Warenstrom-Analysen erfassen und optimieren. Gemeinsam mit den Mitarbeitern aus dem jeweiligen Bereich wurden nach der Analyse und mittels Stellproben verschwenderische Wege minimiert. Die Implementierung von Kontrollabläufen zur Standardsicherung und die Sicherstellung der Versorgung durch Kanban waren weitere positive Schritte zur Optimierung der Abläufe und des Arbeitsumfelds.

Der Erfolg und Misserfolg einer Umsetzung zum Aufbau einer Lean-Production-Organisationsstruktur kann vielschichtig sein, wie auch das Beispiel der Entwicklung und Herstellung von hochwertigen Kunststoffteilen zeigte. Ein flächendeckendes Schulen der Mitarbeiter mit Elementen des Lean-Baukastens auf verschiedenen Ebenen und der Aufbau einer Lean Abteilung führen alleine nicht zum gewünschten Erfolg. So müssen die Rollen und eigene Vorteile erst verstanden werden. Die Mitarbeiter werden ein neues System nur akzeptieren, wenn sie für sich einen Vorteil erkennen. Ein sehr interessanter Aspekt ist die Aussage, dass die große Wertstromanalyse, die ein ganzes Produktionswerk auf einen Schwung nach vorne bringen soll, selten bis nie erfolgreich ist. Die unternehmenskulturelle Basis bildet die Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung, das heißt vor allem, die Mitarbeiter zu befähigen und zu unterstützen. Einzelne Bereiche sollten mit eigenen kleinen Projekten starten, um erste Erfolge vorweisen zu können. Die Organisation muss an die Prozessorientierung angepasst werden. Die Projekte in den Abteilungen greifen mit der Zeit zunehmend ineinander und umfassen alle Aufgaben. Die Erfolge sind im Ergebnis des zunehmenden Ineinandergreifens zu sehen, da nun der Wunsch für abteilungsübergreifende Projekte aus dem Team selber kommt. Die Kultur der kollektiven Intelligenz kann greifen und das System sich selber tragen.

Durch die Steuerung spezifizierter Bedarfe mit Hilfe einer Lieferantenplattform lässt sich eine automatisierte Angebotsdatenverarbeitung bewerkstelligen, wie aus dem Erfahrungsbericht aus den Märkten Energie, Öl & Gas, Papier, Rohstoffe und Transport & Automotive heraus deutlich wurde. Mit einer automatisierten Verarbeitung von Lieferantendaten können Prozesse so wesentlich effizienter gestaltet werden. Online-Portale können dabei eine automatisierte Verarbeitung sehr gut unterstützen und sollten immer für beide Partner Vorteile bieten. Voraussetzungen sind neben der Kooperationsbereitschaft der Partner eine ausreichende Datenqualität sowie eine vernetzte Systemlandschaft. Hat sich eine Kooperation etabliert, können häufig noch weitere Potentiale im Rahmen einer kontinuierlichen Verbesserung gehoben werden (z.B. periodische Preisaktualisierung von Lieferplänen oder höhere Anzahl Positionen innerhalb einer Ausschreibung).

Arno Bauchinger, Blizzard
Arno Bauchinger, Blizzard

Lean-Umsetzung ist in der Sportartikelindustrie, wie im speziellen Beispiel der Ski-Industrie auch mit "schlanker" IT-Unterstützung möglich. "Zuerst optimieren, dann investieren", das war die Quintessenz in diesem Branchenumfeld zum Thema des Lean Managements. Im vorliegenden Projekt wurde der Soll-Montageprozess mit möglichst geringe Wegen, einfachem Handling, Trennung von Wertschöpfung und Logistik, Implementierung im Takt und visuelle Arbeitsplatzgestaltung festgelegt. Im Rahmen eines Workshops wurde die weitere interne Herangehensweise besprochen und vereinbart. Über eine Step-by-Step Entwicklung wurden Fragen wie "welche Daten werden benötigt?", "wo und wie sind diese Daten abgelegt?", "wie können diese Daten visualisiert werden?", "welches Programm eignet sich für diese spezielle Anforderung?" und "wie müssen die Daten aufgebaut werden, um sie visualisieren zu können?" geklärt. Grundsätzliche Erkenntnis war, dass zum Projektstart zunächst der Soll-Prozess zu gestalten ist, bevor die Notwendigkeit der IT-Unterstützung geprüft wird. Das Zusammenspiel von Teamwork, dem Einbinden der Fähigkeiten und der Kreativität der Mitarbeiter, sowie eine klare Zielsetzung führten zum Erfolg des Projekts. Eine Nachverfolgbarkeit im Fertigungsprozess lässt sich mit der stetigen Entwicklung von Softwareunterstützungen in der Produktion bewerkstelligen. Ein Vorteil ist in diesem Umfeld beispielsweise das schnelle Erkennen betroffener Produkte im Reklamationsfall.

Insgesamt bildete das Kooperationsforum auch in diesem Jahr wieder einen hervorragenden Rahmen für den fachlichen Austausch. Ein Termin im Herbst 2016 für das kommende und damit 9. Kooperationsforum befindet sich in Vorbereitung.

Austausch im Forum
Austausch im Forum

Lassen Sie sich auch beim nächsten Mal wieder überraschen!

Für die Fotos danken wir Herrn Hirsch, Fotograph der Bayern Innovativ GmbH