Peitscheneffekt oder Bullwhip-Effect ein Abstimmungsproblem mehrstufiger Lieferketten

Der Peitscheneffekt wirkt dem kontinuierlichen ruhigen Materialfluss entgegen. Er wird durch Schwankungen in der Produktionsplanung und Logistikplanung verursacht und durch die Zunahme von Produktionsstufen verstärkt. Er sollte im Rahmen des Supply Chain Managements betrachtet werden , um Herausforderungen, Probleme und strukturelle Schwächen von Lieferketten (Supply Chains) in den Griff zu bekommen. Auch durch den Einsatz moderner IT-basierter Supply-Chain-Management-Systeme allein kann das Problem meist nicht erfolgreich gemeistert werden.

Über die Supply Chain nimmt der Bullwhip-Effekt nach unten zum Lieferanten hin zu und führt dort zu einem immer stärker werdenden stop-and-go-Effekt. Die Ebenen der Dimensionierung, Auslastung und Kapazität erzeugen höhere Kosten. Schwankungen, die z. B. durch Monatsumbrüche ausgelöst werden, nehmen über verschiedene Produktionsstufen zu. Für den Lieferanten ist dies nicht erkennbar, er muss mehr Lagerpuffer aufbauen und eventuell neu investieren, um die Kapazitätsspitzen sicherstellen zu können.

Bullwhip Effekt über Lieferantenstufen hinweg

Bullwhip Effekt über Lieferantenstufen hinweg

Folgen des Bullwhip-Effektes

Über die Supply Chain nimmt der Bullwhipp-Effekt nach unten zum Lieferanten hin zu und führt dort zu einem immer stärker werdenden stop-and-go Effekt. Das heißt die Gefahr der Unterversorgung von Teilen nimmt zu. Es kommt zu Produktionsunterbrechungen und Lieferengpässen. Durch den Ausbau von Bestandspuffer, Produktionskapazitäten entstehen sehr hohe Kosten.


Der Peitscheneffekt (engl. bullwhip effect) führt zu Produktionsunterbrechungen bei den Lieferanten [dic]

Auslöser für den Bullwhip-Effekt [dic]

  • Bestandsabbau und -aufbau (z.B. an Geschäftsjahresende, Urlaubszeiten, etc.),
  • Bestandsschwankungen
  • Dezentrale Absatzplanung und zentrale Produktionssteuerung,
  • Prognosefehler
  • Änderungen von Aufträgen nach Auftragsfreigabe
  • Anzahl der Planungsebenen
  • Losbildung
  • Preisschwankungen
  • Überbestellung bei Lieferengpässen
  • Bestandsschwankungen bei Änderungen,
  • Kapazitätsrestriktionen
  • Physikalische Fehlerbehaftung von ERP-Daten
  • Hohe Komplexität und Vielfalt an angewandten Parametern in ERP-Systemen,
  • Kumulation in ERP (z.B. Kalendarische Kumulationen),
  • Lange Durchlauf-, Wiederbeschaffungs- oder Transportzeiten
  • Fehlende oder zu geringe Puffer (z.B. Nullbestandskonzepte),
  • Mangelndes Qualitätsniveau,
  • Mangelnde Termintreue,
  • etc.

Die Risiken des Bullwhip-Effekts sind sowohl für den Lieferanten als auch für den Kunden, der in der Regel mit deutlichen Lieferschwierigkeiten der Lieferanten zu kämpfen hat, beträchtlich. Oft entstehen dadurch hohe Kosten.

Eindämmung des Bullwhip-Effekts

  • Die Einführung eines schlanken Produktionssystems führt zu einer ganzheitlichen Optimierung der Produktions- und Logistikprozesse. Das Ergebnis ist eine beruhigte Produktion mit dem Effekt der Steigerung der Produktivität und Flexibilität.
  • Eine Bestandssteuerung zum Beispiel mit Kanban führen zu einer hohen Teileverfügbarkeit.
  • Valuecycle Analyse und Optimizing sind hilfreiche Methoden zum Aufspüren und Beseitigen von Störfaktoren.
  • Hybrides Kanban und matrixhybride Steuerungen zur Stabilisierung gegen Störungen.
  • Lieferanten-Kanban
  • IT-basierte Supply-Chain-Lösungen
  • etc.

Ein Ansatz besteht darin Trägheit in einem Produktionssystem, durch Verlangsamung der Steuerungsgeschwindigkeit im ERP auf allen Ebenen der SC, zu erreichen. Wenn, beginnend von der obersten Ebene, Schwankungen durch zeitliche Verlangsamung der Steuerung ausgeglichen werden, wird der Bullwhip- Effekt weitestgehend kompensiert.*

Literatur

[dic] Schlanker Materialfluss mit Lean Production, Kanban und Innovationen, Springer Verlag 2006
[forr] Forrester, J.(1961): Industrial Dynamics. MIT Press, Cambirdge, USA.

Weitere ausführliche Lösungsansätze für den Bullwhip-Effekt sind in dem Buch "Schlanker Materialfluss mit Lean Production, Kanban und Innovationen vor Philipp Dickmann, Springer Verlag 2006 zu finden

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